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– Carlo Catoni & Hans Dietrich Unger in der Galerie FORM+FARBE in Bad Brückenau

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Catoni – Vita Update 2016

Carlo Catoni_Hans Dietrich Unger_März 2016 :

Carlo Catoni + Hans Dietrich Unger
Malerei + Bildhauerei
Galerie Form + Farbe
Bad Brückenau

  1. Februar 2016

Prolog

Kunst will erobert werden! In diesem Fall muss man zu ihr – mehr oder weniger mühsam – empor steigen. Aber der Besucher stellt schnell fest, dass es sich durchaus (wie immer) lohnt.

Vertrautes begegnet uns. Boote und Blumen. Weite und dichte Landschaften erscheinen vor unserem Auge. Gegenständliches trifft auf Abstraktion. Form und Farbe vereinen sich. Körperhaftes und Tektonisches, Amorphes und Geologisches werden sichtbar. Skulpturen aus Alabaster und Holz gesellen sich dazu und setzen den Rhythmus im Raum fort. Der Dialog mit dem Betrachter kann beginnen.

Begrüßung

Sehr geehrte Damen und Herren,

liebe Gäste,

sehr geehrte Freunde der Kunst,

lieber Carlo, sehr geehrter Herr Unger,

ich begrüße Sie alle recht herzlich zur Ausstellungseröffnung. Für mich eine Art Premiere, da ich erstmals in der Galerie Form + Farbe eine Ausstellung eröffnen darf.

Im Blickpunkt dieser Ausstellung, mit dem eher neutralen Titel „Malerei und Bildhauerei“,  stehen die Arbeiten des Malers Carlo Catoni. Zu ihnen gesellen sich im Raum die Holz und Alabaster Skulpturen von Hans Dietrich Unger. Der Auftakt eines interessanten Zusammenspiels zwischen Malerei und Bildhauerei.

Das beherrschende Thema, man könnte auch sagen, das existenzielle Thema war und ist bei Catoni die Landschaft. Aber in unterschiedlichen Ausprägungen tritt sie dabei in Erscheinung: Oft gegenständlich, realistisch mit deutlicher impressionistischer Atmosphäre, aber genau so wird auch eine Auflösung bis zur Abstraktion vorangetrieben bei der letztendlich nur Form, Farbe und Rhythmus entscheidend sind.

 Vita

Carlo Catoni wurde 1950 in Riolo Terme in Italien geboren.

Nach dem Studium der Baugrafik und Geologie in Rom, reist er in den Jahren von 1978 – 82 zu Studienaufenthalten nach Kolumbien, Peru und auf die Kanarischen Inseln. Danach übersiedelt er nach Deutschland.

Seit 1975  – also schon während seines Studiums – beteiligt er sich an Ausstellungen im In- und Ausland, überwiegend in Deutschland und Italien, aber auch in Frankreich, Österreich und auf den kanarischen Inseln. Von den zahlreichen Einzelausstellungen und regen Beteiligungen an Gruppenausstellungen in den letzten Jahrzehnten seien nur einige wenige herausgegriffen: mehrere Ausstellungen in Rom, auf Teneriffa, in Schweinfurt, Bad Kissingen, Würzburg.

Unter anderen Arbeiten im öffentlichen Raum fertigte er 1993 im Auftrag  ein mehrteiliges Altarbild für der kath. Pfarrkirche St. Andreas in Großenbrach bei Bad Kissingen. Ankäufe erfolgten unter anderen durch die Stadt Bad Kissingen, Landkreis Rhön-Grabfeld, Leopoldina Krankenhaus in Schweinfurt, Diözese Würzburg u.a.m.

Der freischaffende Künstler ist Mitglied im Berufsverbund Bildender Künstler (BBK) in Unterfranken sowie beim VKU.

Carlo Catoni lebt in Aura an der Saale und arbeitet in seinem Atelier im sogenannten Judenhof in der Altstadt von Bad Kissingen. Den Besuch dort kann ich nur empfehlen.

Zum Werk

„Ich male, um die Natur mit ihren Geheimnissen, mit ihren fruchtbaren Schatten und mit ihrer allgegenwärtigen Alchemie wiederzugeben. Meine Landschaften und Kompositionen sind Momente der Meditation und zugleich Ausdruck meiner persönlichen Interpretation des Lebens.“

(Zitat von Carlo Catoni)

Die Natur und mit ihr vor allem die Landschaft sind das beherrschende Thema in den Arbeiten von Carlo Catoni. Körperhaftes und Tektonisches, Amorphes und Geologisches werden realistisch fassbar oder in abstrahierter Form als gewaltige Farbkompositionen wiedergegeben. Alles wird zu Farbe und Form. Die Landschaft erscheint gewaltig und einzigartig von meditativer Kraft und Erhabenheit. Selbst Blumenbilder, von uns Kunsthistorikern immer sehr kritisch beäugt, haben durch ihn einen besonderen Charakter.

Seine Landschaften verkörpern eine ungemein sinnliche Malerei. Sie wollen nicht analysiert, sondern gefühlt werden. „In allererster Linie versuche ich in meinen Bildern räumlichen und farblichen Rhythmus zu erzeugen. Nur so kann ich mich an die innere Schönheit des Ganzen annähern. Ich glaube sogar, für mich ist die Malerei eine andere Form der Musik“. (Zitat: Carlo Catoni) Immer wieder weist er in Gesprächen über seine Bilder bewusst auf den Vergleich seiner Kompositionen mit der Musik hin: der kompositorische  Rhythmus der Farben und Formen gleich einer Klangmalerei.  Schon Kandinsky hat seine abstrakte Malerei stets mit musikalischen  Vergleichen wie Improvisation und Komposition umschrieben. So ist es nicht verwunderlich, dass Carlo Catoni nicht nur Maler, sondern auch ein begeisterter Musiker ist.

Die Landschaften sind dabei weder realistische Landschaftsabbilder, noch impressionistisch verklärte Landschaften oder verstehen sich gar als idealtypische Landschaftsmalerei. Es geht ihm nicht um eine bestimmte Landschaft, sondern um das Urbild, um das Wesentliche.

Die neueren Arbeiten

Zu den aktuellen Arbeiten des Künstlers und  gehören die Serie der Werkverzeichnisse, darunter Evanescenze  (Dahinschwinden, schemenhaft nicht greifbar) und die Arbeiten Secret Life of Plants 1 und 2.

Charakteristisch für diese Arbeiten ist die Zweiteilung. Eine deutliche farbige Trennung besteht in der Komposition. Diese wird mitunter noch verstärkt durch eine Aufteilung des Bildes auf zwei getrennte Bildtafeln (Diptychon).

Carlo Catoni stellt hier bewusst den vertrauten Kontext unserer Wahrnehmung in Frage:

  • Zwei Farbflächen, hell gegen dunkel
  • Zwei Seiten, zwei Wahrheiten, abhängig von Standpunkt des Betrachters. Wie Tag und Nacht. Helligkeit und Schatten, wie Positiv und Negativ. Nur wenn man das eine kennt, kann man das andere wahrnehmen.
  • Was macht der veränderte Kontext mit dem Bild? Aus dieser Gegensätzlichkeit heraus können sie sowohl Abgrenzung wie auch Definition erfahren.
  • Findet die Auseinandersetzung mit dem Raum jetzt innerhalb des Bildes statt.

In den Bildwerke Secret Life of Plants arbeitet Catoni ebenfalls mit Gegensätzen. Auf der einen Seite das Gemälde, das malerische Positiv sozusagen und daneben wie ein Negativ die digitale bearbeitete, herausgelöste wie herausgefilterte Bildbearbeitung. Auch hier in dieser experimentellen Vorgehensweise sucht der Künstler nach dem Urbild: „Was bleibt, wenn ich das Sichtbare umkehre. Vom Materischen zum Ätherischen“ (Zitat Carlo Catoni).

Überleitung

Aber wechseln wir nun die Perspektive , treten wir von der räumlichen Darstellung auf einer zweidimensionalen Fläche hinaus und wenden wir uns den Holzskulpturen und Alabaster- Objekten des Galeristen zu, Herr Unger ist ja nicht Galerist, sondern ebenso künstlerisch tätig.

Vita

Hans Dietrich Unger, Jahrgang 1948, studierte Romanistik und Latein und unterrichtete diese Fächer bis zur Pensionierung in Münnerstadt.

Mit 60 – spätberufen wie er es nennt – entdeckt er seine Leidenschaft für die Bildhauerei. Ein Bildhauerkurs in Römerstein auf der Schwäbischen Alb ist sozusagen der Beginn. Seitdem besucht er jährlich die Kurse bei Beate Leinmüller, Bildhauerin und Dozentin in Ulm an der Akademie für Gestaltung im Handwerk. Er nahm ebenso an Workshops in Bischofsheim teil und bei Herbert Holzheimer, akademischer Bildhauer, aus Langenleiten und Lehrer an der BFS für Holzbildhauer.

Bisherige Ausstellungen

2012 in Münnerstadt, Deutschordensschloss: „Fünf Ansichten“, zusammen mit Mia Hochrein, Regine Merz, Georg Seifried und Tanja Sobisch.

2013 in Bad Königshofen, Schranne: „Porträt“.

2014 in Bad Brückenau: „FORM+FARBE“ in der gleichnamigen Galerie, zusammen mit Georg Seifried.

2014/15 in Walldürn in der Galerie FÜRWAHR, zusammen mit Rainer Englert und Anikó Keleti.

2015/16 Im Parkwohnstift Bad Kissingen, zusammen mit Georg Seifried.

Seit 2014 Leitung einer eigenen Galerie in Bad Brückenau

Fotoausstellung NATUR-STRUKTUR, zusammen mit Jürgen Hurrlein und Ingo Queck.

Zu den Arbeiten

Betrachten wir zunächst die aus Esche gefertigte Skulptur „Die Geneigte“. Unger hat die überlebensgroße Skulptur aus einem Stamm gehauen. Obwohl er bei der säulenartigen Gestaltung auf geometrische Grundelemente zurückgreift, stellt sich bedingt durch den festen Stand, den voluminösen Körper und den geneigten Kopf  unvermittelt beim Betrachter die Assoziation einer menschlichen Figur ein.

Die sichtbar verlaufende Maserung des Holzes ist, wie auch bei anderen Arbeiten Ungers, von wesentlicher Bedeutung.  Mitunter verwirft er dabei die geplante Komposition, greift Widersprüchliches, Risse und Unregelmäßigkeiten auf und unterstellt sich ganz der Eigenheit des „lebendigen“ Materials.

Während bei der „Geneigten“ das Zusammenspiel von geometrischer Form und Maserung im Fokus stehen, rückt die technische Bewältigung bei der neuesten , gerade vollendeten Arbeit von Unger in den Vordergrund. Ein „verdrehtes“ dickes Holzstück aus Esche gefertigt, gibt der Skulptur ihren Namen  – „Wende“. Was auf den ersten Blick wie eine gebogene Holzskulptur bzw. in sich gedreht erscheint, hat den Künstler einige Nerven gekostet. Denn der Eindruck täuscht, dass die Form in sich gedreht wurde, vielmehr ist sie aus einem Stamm sorgfältig herausgearbeitet. Sie sieht nur optisch gedreht aus, so als wäre ein dickes Brett nachträglich gebogen worden. Diese Präzession hat den Künstler enorm herausgefordert.

Schlussgedanke

Carlo Catoni zeigt in seinen Bildern keine Idylle, keine beruhigende „Schönwetter Stimmung“, sondern eine meditative, stille Betrachtung der Natur mit ihren zeitlosen Gesetzen, mit ihrer Sinnlichkeit und ihren Metaphern. In diesen Momenten begegnen sich Malerei und Bildhauerei.

Ich danke für Ihre Aufmerksamkeit.

© Dr. Astrid Hedrich-Scherpf

Grenzstr. 47

97762 Hammelburg

0172 / 63 70 981

 

 

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IST VERKAUFT

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